Kosten Anwalt Strafbefehl

Rechtsanwaltskosten bei einem Strafbefehl

Über die Kosten eines Anwalts im Strafbefehlsverfahren kann man viel schreiben. Leider wenig Konkretes. Denn die Höhe der Gebühren kann sich nicht nur von Anwalt zu Anwalt unterscheiden, sondern auch von Fall zu Fall. Ein einfaches Verfahren wegen eines Ladendiebstahls, bei dem eine Einstellung wegen Geringfügigkeit erreicht werden soll, unterscheidet sich von einem komplizierten und umfangreichen Verfahren wegen Insolvenzverschleppung, bei dem schon allein das Aktenstudium etliche Stunden oder sogar Tage in Anspruch nimmt. 

Darüber hinaus rechnen nicht alle Anwälte nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz ab. Anwalt und Mandant können eine Vergütungsvereinbarung abschließeen, die Kosten richten sich dann nach der Vereinbarung. Vergütungsvereinbarungen gibt es in allen möglichen Varianten, meist werden entweder Pauschalhonorare oder Honorare auf Stundenbasis vereinbart. 

Beispiele für Abrechnungen nach dem RVG bei einem Strafbefehl

Um Ihnen eine Vorstellung zu vermitteln, welche Gebühren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz typischerweise in einem Strafbefehlsverfahren entstehen, hier einige Beispiele dazu.

Beispiel 1: Strafbefehl und Einstellung nach § 153a StPO

Der Mandant erhält einen Strafbefehl und beauftragt einen Rechtsanwalt mit der Verteidigung. Der Anwalt legt Einspruch ein, beantragt Akteneinsicht, bespricht die Sache mit dem Mandanten und reicht dann eine Stellungnahme ein, mit der er die Einstellung nach § 153a StPO anregt. Gericht und Staatsanwaltschaft stimmen zu, das Verfahren wird ohne Hauptverhandlung durch Beschluss eingestellt. Die Kosten des Verfahrens (Gerichtskosten) werden der Landeskasse auferlegt, nicht aber die Auslagen (das ist das Anwaltshonorar) – so wird in diesen Fällen so gut wie immer entschieden. Die Sache ist durchschnittlich, weshalb die Mittelgebühr angemessen ist. Die Anwaltsrechnung sieht dann so aus:

GebührentatbestandBetrag
Grundgebühr VV 4100200,00 €
Verfahrensgebühr Amtsgericht VV 4106165,00 €
Zusätzliche Gebühr VV 4141 (wegen d. Einstellung)165,00 €
Auslagen für Kopien (Akte hat z.B. 35 Blatt) VV 700117,50 €
Post- und Telekommunikationspauschale VV 700220,00 €
Umsatzsteuer VV 7008 (19 % )107,83 €
Gesamtsumme675,33 €

Beispiel 2: Reduzierung der Geldstrafe in der Hauptverhandlung

Der Mandant erhält einen Strafbefehl und beauftragt einen Anwalt. Das Ziel des Mandanten ist, eine Reduzierung der Tagessatzanzahl von 110 auf 90 zu erreichen, um am Ende nicht vorbestraft zu sein. Es findet eine Hauptverhandlung statt, in der sich Verteidiger, Gericht und Staatsanwaltschaft über Teileinstellungen und/oder eine teilweise Rücknahme des Einspruchs verständigen. Die Sache ist durchschnittlich, weshalb die Mittelgebühr angemessen ist:

GebührentatbestandBetrag
Grundgebühr VV 4100200,00 €
Verfahrensgebühr Amtsgericht VV 4106165,00 €
Terminsgebühr Hauptverhandlung VV 4108275,00 €
Auslagen für Kopien (Akte hat z.B. 80 Blatt) VV 700129,50
Post- und Telekommunikationspauschale VV 700220,00 €
Umsatzsteuer VV 7008 (19 % )131,01 €
Gesamtsumme820,51 €

 Bitte beachten Sie: Auch innerhalb des RVG kann es erhebliche Unterschiede zwischen den Anwaltsrechnungen geben. Das RVG gibt nämlich nur den Rahmen vor, innerhalb dessen der Anwalt seine Gebühren bestimmt (Rahmengebühren). 

Sprechen Sie über Geld

Um später böse Überraschungen bei der Anwaltsrechnung zu vermeiden, sollten Sie die Honorarfrage vor Beauftragung des Anwalts klären. Zwar lässt sich nicht in jedem Fall vorhersehen, welche Gebühren in dem Verfahren entstehen werden – das ist im Strafbefehlsverfahren aber eher die Ausnahme. Und: Vergleichen Sie. Was spricht dagegen, mit verschiedenen Anwälten zu sprechen und dann zu entscheiden, welchen man beauftragt?

Übrigens: Fragen kostet nichts!

Jeder Fall ist anders. Wenn Sie wissen wollen, was eine Verteidigung in Ihrem Verfahren kosten wird, fragen Sie mich. Das geht am einfachsten, wenn Sie mir Ihren Strafbefehl als Scan per Mail schicken. Oder Sie erklären in der Mail kurz, worum es geht. Oder Sie rufen an – fragen Sie nach Rechtsanwalt Popken.