Chat with us, powered by LiveChat skip to Main Content

Was bedeutet: „Einspruch zu Protokoll der Geschäftsstelle einlegen“?

Wenn Sie einen Strafbefehl erhalten, dann erhalten Sie gleichzeitig eine Rechtsmittelbelehrung. Das ist das Schreiben, auf dem die Erläuterungen zum Einspruch stehen. Diese Rechtsmittelbelehrung ist leider teilweise in einem Juristendeutsch geschrieben, das nicht für jedermann auf Anhieb verständlich ist. Vor allem der Hinweis, dass der „Einspruch gegen den Strafbefehl auch zu Protokoll der Geschäftsstelle abgegeben werden kann“ führt häufig zu Nachfragen und Missverständnissen. Deshalb hier eine Übersetzung:

 

AmtsgerichtWenn Sie mit dem Strafbefehl nicht einverstanden sind, müssen Sie Einspruch einlegen. Das geht schriftlich, also mit einem ganz normalen Brief oder auch per Fax (Muster für den Einspruch). Das geht aber auch, indem man persönlich zum Gericht geht und dort erklärt, dass man Einspruch einlegt. Diese Erklärung gibt man nicht gegenüber dem Richter ab, sondern gegenüber der Geschäftsstelle beim Gericht – das ist eine Art Vorzimmer bzw. Sekretariat. Wer seinen Einspruch also, aus welchen Gründen auch immer, nicht mit der Post schicken möchte, kann das persönlich vor Ort beim Amtsgericht tun. Die Einlegung des Einspruchs wird auf der Geschäftsstelle protokolliert, es wird also festgehalten, dass der Einspruch eingelegt wurde. Wichtig ist natürlich auch hier, die Frist für den Einspruch zu beachten.

Das persönliche Erscheinen auf der Geschäftsstelle ist umständlich und eher ungewöhnlich – in der Regel legt man den Einspruch schriftlich ein. Auch bei einer Übersendung per Fax oder Einschreiben hat man Gewissheit, dass der Einspruch zugeht. Vorteile, auf die Geschäftsstelle zu gehen, um dort den Einspruch protokollieren zu lassen, gibt es deshalb eigentlich nicht. Wenn man nicht gute Gründe für diese Vorgehensweise hat, sollte man wohl eher davon absehen.

 

 

Vor Einspruchseinlegung: Beraten lassen

Es gibt viele Möglichkeiten, einen Einspruch gegen den Strafbefehl einzulegen. Man sollte sich aber immer sicher sein, das Richtige zu tun, denn der Einspruch ist nicht ohne Risiken. Lassen Sie sich deshalb vom Fachanwalt beraten!

 

 

 

Rechtsanwalt Albrecht Popken LL.M.

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Albrecht Popken LL.M. verteidigt Mandaten in Berlin und bundesweit - nicht nur gegen Strafbefehle. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Verteidigung im Allgemeinen Strafrecht und im Verkehrsstrafrecht.

Back To Top
×Close search
Search