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Ist bei einem Strafbefehl Ratenzahlung möglich?

Wer meint, dass er gegen die Höhe der Geldstrafe nichts ausrichten kann, weil sowohl Anzahl der Tagessätze und auch Höhe der Tagessätze zutreffend sind, fragt oft nach der Möglichkeit einer Ratenzahlung des Strafbefehls. Zahlungserleichterungen in Form einer Ratenzahlung sind grundsätzlich möglich und werden auch regelmäßig gewährt, wenn der Beschuldigten den entsprechenden Antrag stellt. Wie beantragt man Ratenzahlung?

 

Antrag auf Ratenzahlung beim Strafbefehl

Strafbefehl: Ratenzahlung möglich?

Strafbefehl: Ratenzahlung möglich?

Wenn der Strafbefehl zugestellt wurde, ist erst einmal noch gar nichts zu veranlassen. Wenn man sich sicher ist, dass man keinen Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen will, kann man abwarten. Zumeist einige Wochen nach Rechtskraft des Strafbefehls erhält man von der Staatsanwaltschaft die Zahlungsaufforderung. Diese bezieht sich auf die Geldstrafe und auf die Kosten des Strafbefehlsverfahrens. Mit der Zahlungsaufforderung werden regelmäßig auch Hinweise gegeben, wie man die Ratenzahlung der Geldstrafe beantragen kann. Im Antrag muss man seine Einkommensverhältnisse darlegen, über den Antrag entscheidet dann der Rechtspfleger. Das Verfahren zur Beantragung der Ratenzahlung ist also vergleichsweise einfach. Man muss also keinen Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen, nur weil man die Geldstrafe in Raten zahlen will.

 

Trotzdem: Strafbefehl nicht vorschnell akzeptieren!

Natürlich ist die Möglichkeit der Ratenzahlung erst einmal eine Erleichterung, denn gerade bei hohen Geldstrafen sind viele natürlich nicht in der Lage, den Betrag „auf einmal“ zu zahlen. Trotzdem sollte man, auch wenn die Möglichkeit der Ratenzahlung besteht, den Strafbefehl nicht vorschnell akzeptieren. Mir wurde öfter berichtet, dass die Raten vom Rechtspfleger häufig recht hoch angesetzt werden, so dass die Raten gerade bei Beschuldigten mit niedrigen Einkommen eine erhebliche Belastung darstellen können. Bevor man sich auf die Ratenzahlungsmöglichkeit verlässt, sollte man also unbedingt prüfen, ob sich die Strafe nicht unter Umständen reduzieren lässt. In vielen Strafbefehlen ist die Tagessatzhöhe falsch, unter Umständen ist also die Geldstrafe zu hoch.

 

Rechtsanwalt Albrecht Popken LL.M.

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Albrecht Popken LL.M. verteidigt Mandaten in Berlin und bundesweit - nicht nur gegen Strafbefehle. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Verteidigung im Allgemeinen Strafrecht und im Verkehrsstrafrecht.

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