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Der Strafbefehl ist richtig, warum Einspruch einlegen?

Der Strafbefehl ist richtig, warum soll ich Einspruch einlegen? Schließlich habe ich einen Fehler gemacht, also muss ich dafür gerade stehen.

Viele sind bereit, einen Strafbefehl zu akzeptieren und auf den Einspruch zu verzichten, weil sie auch nach eigener Einschätzung einen Fehler gemacht haben. Der Strafbefehl ist also zu Recht ergangen, warum Einspruch einlegen? Mit einem Freispruch kann man der der Sachlage sowieso nicht rechnen, die Höhe der Tagessätze ist auch zutreffend, und ohne Risiken ist der Einspruch auch nicht. Also besser nicht widersprechen und die Folgen des Strafbefehls akzeptieren.

Ich wars. Aber gleich ein Strafbefehl?

Ich wars. Aber gleich ein Strafbefehl?

Natürlich leuchtet es erst einmal nicht ein, wegen eines „richtigen“ Strafbefehls Einspruch einzulegen. Und natürlich soll man, wenn man einen Fehler gemacht hat, auch die Konsequenzen tragen. Allerdings muss diese Konsequenz nicht unbedingt eine strafrechtliche Verurteilung sein. Das Gesetz selbst sieht nämlich durchaus Alternativen zur Bestrafung vor. In der Strafprozessordnung finden sich zahlreiche Vorschriften, nach denen ein Strafverfahren eingestellt werden kann. Juristen sprechen hier von einer Einstellung nach Opportunitätsgrundsätzen. Nach den Grundsätzen unseres Strafrechts ist es nämlich gar nicht notwendig, auf jede Straftat gleich mit einer Geldstrafe zu reagieren. Gerade bei geringen Vergehen, also den Fällen, wegen denen ein Strafbefehl erlassen wird, kommt grundsätzlich auch eine Einstellung gegen Auflagen oder Weisungen gem. § 153 a StPO in Betracht. Das gilt insbesondere bei Beschuldigten, die noch keinen Eintrag im Bundeszentralregister haben, die also entweder noch gar nicht aufgefallen sind oder bei denen frühere Eintragungen bereits getilgt sind. Eine solche Einstellung kann nach Zustimmung des Gerichts, der Staatsanwaltschaft und des Beschuldigten zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens ergehen, also auch noch nach Erlass des Strafbefehls.

Ziel eines Einspruchs muss deshalb gar nicht der Freispruch sein, es kann dem Beschuldigten auch darum gehen, die Einstellung des Verfahrens zu erreichen. Zwar muss bei der Einstellung gegen Auflage gem. § 153a StPO auch ein Geldbetrag gezahlt werden. Der entscheidende Vorteil ist aber, dass mit dieser Einstellung eine Bestrafung vermieden wird – es gibt also keinen Eintrag im Bundeszentralregister, man gilt weiter als „unschuldig“.

 

Lassen Sie sich beraten!

Lassen Sie sich vom Fachanwalt für Strafrecht beraten, ob in Ihrem Fall eine Einstellung des Verfahrens ein realistisches Verfahrensziel ist. Vermeiden Sie den Eintrag im Bundeszentralregister.

 

 

Rechtsanwalt Albrecht Popken LL.M.

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Albrecht Popken LL.M. verteidigt Mandaten in Berlin und bundesweit - nicht nur gegen Strafbefehle. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Verteidigung im Allgemeinen Strafrecht und im Verkehrsstrafrecht.

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