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Risiken eines Einspruchs gegen einen Strafbefehl

Risiko_Strafbefehl © T. Michel - Fotolia 430x280Der Einspruch gegen einen Strafbefehl ist mit Risiken verbunden. Nach dem Einspruch kommt es zur mündlichen Hauptverhandlung, an deren Ende ein Urteil ergeht. Der Richter ist im Urteil nicht an den Strafbefehl gebunden (§ 411 Abs. 4 StPO), ein Verschlechterungsverbot gilt nicht. Der Richter kann also auch eine höhere Strafe verhängen!

Es gibt Amtsrichter, die eine höhere Strafe dann verhängen, wenn ihnen der Einspruch gegen den Strafbefehl mutwillig erscheint. Diese Gefahr besteht vor allem dann, wenn der Einspruch schlecht begründet ist und wenn sich auch in der Hauptverhandlung nicht klar ergibt, aus welchen Gründen der Betroffene eigentlich gegen den Strafbefehl vorgegangen ist. Einige Richter weisen in der Hauptverhandlung darauf hin, dass der Einspruch zurückgenommen werden kann, wenn die Staatsanwaltschaft der Rücknahme zustimmt (§ 411 Abs. 2 i. V. m. § 303 StPO). Auch wenn ein solcher Hinweis ignoriert wird, kann es vorkommen, dass der Richter auf die ursprüngliche Strafe „draufpackt“. Und schließlich muss als Risiko auch immer berücksichtigt werden, dass nach einem Einspruch gegen den Strafbefehl höhere Kosten anfallen, wenn es zur Verurteilung kommt (dazu lesen Sie mehr unter ‚Kosten im Strafbefehlsverfahren‚).

Wie Sie die Risiken des Einspruchs vermeiden

Wichtig daher: Vor Einlegung eines Einspruchs müssen die Erfolgsaussichten geprüft werden. [box style=“red“ closable=“un-closable“] „Ich bin aber unschuldig“ ist in den seltensten Fällen eine gute Begründung für den Einspruch gegen den Strafbefehl. Wurde ein Strafbefehl erlassen, spricht die Aktenlage gegen den Beschuldigten. Ein Einspruch muss deshalb gut überlegt und noch besser begründet sein. [/box]Außerdem sollte der Einspruch sorgfältig begründet werden. Die Prüfung der Erfolgsaussichten und die Begründung des Einspruchs setzen in den allermeisten Fällen eine Akteneinsicht voraus. Schließlich sollte auch geprüft werden, ob der Einspruch gegen den Strafbefehl beschränkt wird, was in der Regel sinnvoll ist, wenn nur die Höhe der Strafe angegriffen werden soll (lesen Sie mehr dazu unter ‚Beschränkter Einspruch gegen Strafbefehl‚).

Es gibt also gute Gründe, einen Strafverteidiger hinzuziehen, wenn gegen einen Strafbefehl vorgegangen werden soll. Ein erfahrener Anwalt wird Ihnen nach einer Akteneinsicht erläutern können, ob Ihr Einspruch Aussicht auf Erfolg hat – das Risiko einer Verschlechterung sollte sich in der Regel ausschließen lassen.

 

Rechtsanwalt Albrecht Popken LL.M.

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Albrecht Popken LL.M. verteidigt Mandaten in Berlin und bundesweit - nicht nur gegen Strafbefehle. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Verteidigung im Allgemeinen Strafrecht und im Verkehrsstrafrecht.

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